Freitag, 14.09.2018
Chinesische Investoren im Mittelstand

Geldgeber mit schlechtem Ruf

Wenn chinesische Investoren deutsche Mittelständler kaufen, brennt der Baum. Arbeitsplätze und Technologien seien in Gefahr, befürchten viele. Dabei greifen Chinesen wenig ins Operative ein und planen langfristiger als Investoren aus anderen Breitengraden. Sind sie am Ende gar die besseren Käufer?
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Investoren aus China rufen oft Beunruhigung bei Arbeitnehmervertretern hervor. Dabei zeigt die Praxis, dass chinesische Investoren wenig am Unternehmen verändern.

 

Foto: XtockImages/iStock/Thinkstock/Getty Images

Ohne den chinesischen Investor wäre ich nicht mehr im Familienunternehmen“, sagt Christoph Kumpf. Der 29-Jährige ist heute im Gegensatz zu seinen Vorgängern, seinem Onkel Hans-Friedrich und seinem Vater Ulrich Kumpf, kein Geschäftsführender Gesellschafter. Er ist „nur“ ein angestellter Manager. Das Familienunternehmen, die Kaiser Brauerei GmbH aus Geislingen, befindet sich seit 2017 komplett im Besitz der Aitedian International Holding GmbH, die ihren Hauptsitz in Shenzhen und Hongkong hat. Aitedian übernahm die Traditionsfirma aus der Insolvenz heraus. Ein Glücksfall. Und eine Übernahme, die den Trend steigender M&A-Aktivitäten aus China zum Ausdruck bringt: Der „Chinese Outbound: Germany M&A Report“ der Beratungsgesellschaft Rödl & Partner aus dem Jahr 2017 zeigt, dass die chinesischen Unternehmenskäufe in Deutschland von 18 Investments im Jahr 2011 auf 65 im Jahr 2016 gestiegen sind. Das Transaktionsvolumen verzehnfachte sich im gleichen Zeitraum.

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