Donnerstag, 07.02.2019
Studie des Instituts für Mittelstandsforschung

Drei von zehn Familienunternehmen wirtschaftlich unter Druck

Das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn hat im Dezember 2018 die Ergebnisse der Studie „Die größten Familienunternehmen in Deutschland“ vorgestellt. Der Großteil der Unternehmen hat in den vergangenen Jahren Wachstum verzeichnen können. Allerdings müssen knapp 30 Prozent Umsatzrückgänge verkraften.
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Wie lesen sich die Zahlen der Familienunternehmen? Eine Studie des IfM zeigt unterschiedliche Realitäten.

 

Foto: ipopba/iStock/Getty Images Plus

Fast ein Viertel des Umsatzes der deutschen Unternehmen fällt zurück auf Familienunternehmen, die mindestens 50 Millionen Euro Umsatz erwirtschaften. Das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn untersucht seit 2009 die Kennzahlen dieser Unternehmen. Im Jahr 2018 legten 4.290 auswertbares Material vor. Die untersuchten Unternehmen teilen sich wie folgt auf die Wirtschaftsbereiche aus: Industrie (30,3 %), Handel (27,4 %), Holdings / Unternehmensnahe Dienstleistungen (27,2 %), sonstige Wirtschaftsbereiche (15,1 %).


n=2.407 / Quelle: IfM Bonn, 2018


Bei der Umsatzentwicklung zwischen 2011 und 2016 gaben 71,1 Prozent der Unternehmen steigende Zahlen an. Dabei erreichte in diesem Zeitraum knapp jedes siebte Unternehmen eine Umsatzsteigerung von mehr als 50 Prozent. Die restlichen knapp 30 Prozent der Unternehmen konnten keine Steigerung beim Umsatz verzeichnen. Vier von zehn dieser Unternehmen haben laut der Einschätzung des IfM einen starken Umsatzrückgang von 20 Prozent verbuchen müssen. 


n=2.342 / Quelle: IfM Bonn, 2018

n=2.342, * Nettoinvestitionsquote = Veränderung Anlagevermögen / Umsatz x 100 / Quelle: IfM Bonn, 2018


Eine ähnliche Tendenz zeigt der Blick auf die Nettoinvestitionsquote von 2012 bis 2016. 72 Prozent der Unternehmen hatte eine positive Investitionsquote. Der Wirtschaftsbereich „Industrie“ stach hierbei mit einer Quote von 3,9 Prozent hervor. Den Grund für die durchschnittlich hohe Gesamtquote bei den Unternehmen sieht das IfM in der günstigen Zinsentwicklung der letzten Jahre. 


n=2.696 / Quelle: IfM Bonn, 2018


Der 5-Jahres-Zeitraum zwischen 2011 und 2016 war für die Beschäftigungsentwicklung ebenfalls positiv. Im Durchschnitt wuchs die Belegschaft der untersuchten Familienunternehmen in Deutschland um 18,2 Prozent. Die zwei Bundesländer mit dem größten Zuwachs waren Niedersachsen (28,1 Prozent) und Bremen (23,5 Prozent). Die industriell geprägten Länder Bayern und Baden-Württemberg verbuchten mit 21,7 Prozent ebenfalls einen überdurchschnittlichen Mitarbeiterwachstum. Da das IfM die positiven Zahlen insbesondere mit den Großkonzernen der Automobilbranche, VW und BMW, in Verbindung bringt, sind diese Entwicklungen mit Blick auf ihre Zukunftsträchtigkeit kritisch zu beäugen. 

Info

Das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn erforscht seit 2009 im Auftrag des Bundesverbands der Deutschen Industrie e. V. (BDI) und der Deutschen Bank AG Entwicklungen rund um die größten Familienunternehmen in Deutschland. Mehr Informationen zur Studie finden Sie unter www.ifm-bonn.org.