Donnerstag, 13.06.2019
Gastbeitrag von Dr. Rudolf Apenbrink

Junge Firmen mit sozialem Fokus wachsen nachhaltig

Jungunternehmer in Deutschland wollen einen sozialen und ökologischen Beitrag liefern. Das steht nicht im Widerspruch zu einem profitablen Geschäftsmodell.
Dr. Rudolf Apenbrink, HSBC Deutschland, HSBC Apenbrink, junge Unternehmen, Wachstum sozial, Essence of Enterprise, ESG, Environmental, Social, Governance, Nachhaltigkeitsgesichtspunkte

Foto: retrorocket/iStock/ Getty Images Plus

Erfolgreiches Unternehmertum beruht immer auch auf Zusammenarbeit, Gemeinschaft und Austausch. Die besten Unternehmer finden neue, innovative Wege, um ihre Netzwerke und Möglichkeiten auszubauen. Insbesondere junge Unternehmer fühlen darüber hinaus zunehmend eine soziale und ökologische Verantwortung.

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Dr. Rudolf Apenbrink ist Vorstand Private Banking und Asset Management bei HSBC Deutschland.

 

Foto: HSBC Deutschland

Für die jüngste Ausgabe der internationalen Vergleichsstudie „Essence of Enterprise“ hat HSBC Private Banking mehr als 3.700 Unternehmer in elf Ländern nach ihren Beweggründen, Zielen und Herausforderungen befragt. Jeder fünfte Unternehmer gab dabei an, dass die Entwicklung von Lösungen für ökologische und soziale Herausforderungen sowie die Beschäftigung mit Fragen seiner lokalen Community oberste Priorität haben. Das Gefühl für soziale Verantwortung ist in Deutschland besonders ausgeprägt. Darum gebeten, Themen nach Wichtigkeit zu ordnen, landete bei 21 Prozent der unter 35-jährigen Geschäftsinhaber in Deutschland das Thema soziale Verantwortung auf dem Spitzenplatz.

 

Dieser Fokus spiegelt sich in den Werten wider, die diese „Social Entrepreneurs“ in ihren Geschäftspraktiken verankern. Zu ihren Prioritäten gehört neben Kundenzufriedenheit und Mitarbeiterbindung eine gute, sozial- und umweltverträgliche Unternehmensführung. Diese auch als ESG (Environmental, Social, Governance) bekannten Kriterien stehen für eine nachhaltige Unternehmensführung.

Nachhaltiger Erfolg

Zudem zeigen die Ergebnisse der Studie, dass für diese Jungunternehmer soziale und ökologische Verantwortung nicht im Widerspruch zu einem profitablen Geschäftsmodell steht. Bei unternehmerischen Entscheidungen zugleich soziale, ökologische und ökonomische Aspekte zu berücksichtigen hilft, gerade langfristige Risiken und Chancen zu identifizieren und zu adressieren. Das trägt maßgeblich zum Geschäftserfolg bei.

Die in der Studie befragten Unternehmer aus Deutschland, denen soziale Verantwortung besonders wichtig ist, leiten Firmen mit überdurchschnittlichen Umsätzen und Mitarbeiterzahlen. Während alle im Rahmen der Studie betrachteten deutschen Unternehmen durchschnittlich rund 280 Mitarbeiter hatten, kamen Firmen, die von Unternehmern mit einem sozialen Fokus geführt werden, im Schnitt auf über 500 Beschäftigte. Diese Unternehmer sind langfristig orientiert, haben hohe Wachstumsziele und sind ganz besonders zuversichtlich, diese Ziele erreichen zu können.

Bleibende Werte

Die Ergebnisse der Studie „Essence of Enterprise“ zeigen, wie sehr Nachhaltigkeitsgesichtspunkte gerade für die jüngere Generation an Bedeutung gewonnen haben – privat, aber eben auch beruflich. Auch Banken müssen sich an diesen Wünschen und Ansprüchen ihrer Kunden messen lassen. Nicht nur in der Ansprache und der Beratung der jüngeren Generation müssen die veränderten Werte und Konzepte ihren Niederschlag finden. Auch geht es nicht mehr nur darum, nachhaltige Anlagemöglichkeiten anzubieten. Vielmehr erwartet gerade die jüngere Generation von ihren Banken zunehmend eine nachhaltigere Geschäftstätigkeit. Die Botschaft, die jüngere Unternehmer senden, ist klar: Nachhaltigkeit muss Teil der gesamten unternehmerischen Praxis sein.