Mittwoch, 03.06.2020
Interview mit dem Geschäftsführenden Gesellschafter

Orthomol-Chef Nils Glagau zur Corona-Pandemie

Die Pandemie trifft Familienunternehmen in allen Branchen. Nils Glagau, Geschäftsführender Gesellschafter der Orthomol Holding GmbH, über Herausforderungen und Chancen der Krise.
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Was bedeutet die Corona-Krise aktuell/zukünftig für Ihr Unternehmen?

Wir beobachten die Entwicklung des OTC-Markts und die Situation der Apotheken vor Ort natürlich genau. Zu Beginn haben wir eine verstärkte Nachfrage nach unseren Produkten bemerkt. Wir freuen uns, dass wir mit unserem Sortiment einen Beitrag zur Gesundheit unserer Verwender in dieser sensiblen Zeit leisten können.

Intern hat uns die Corona-Krise gezeigt, wie schnell und flexibel wir uns als mittelständisches Familienunternehmen auf neue Herausforderungen einstellen können. Gerade zu Beginn mussten wir zum Beispiel häufig im Tagesrhythmus weitere wichtige Schutzmaßnahmen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter umsetzen. Das waren teilweise kleine Stellschrauben, aber manchmal auch größere Prozessmodifikationen, die wir kurzfristig realisiert haben. Es heißt ja oft: In Krisenzeiten zeigt sich, wie belastbar Menschen, Organisationen und Systeme sind. Wir haben bei unserem Team mehr denn je einen großen Zusammenhalt erlebt und dass viele Kollegen auch kurzfristig zu deutlichen Umstellungen zum Beispiel des Schichtsystems und damit ihrer Arbeitszeiten bereit waren. Diese Orthomol-Mannschaft auch in Zukunft an meiner Seite zu wissen macht mich froh und stolz! 

Mit welchen Veränderungen/Maßnahmen haben Sie bisher auf die Krise reagiert?

Wir haben natürlich direkt zu Beginn viele interne Maßnahmen ergriffen, um das Ansteckungsrisiko für die Kollegen bestmöglich zu minimieren – zum Beispiel dadurch, dass unsere Vertriebsmitarbeiter aus dem Homeoffice ihre Kunden betreuen. Das ist für Außendienstler schon eine große Umstellung. Insgesamt sind wir durch die Corona-Krise große Schritte in der „internen Digitalisierung“ gegangen. Viele Teams mussten sich adhoc mit neuen Prozessen und Kommunikationswegen zwischen dem Büro und dem Homeoffice vertraut machen. Das hat sich inzwischen gut eingespielt und wir können daraus sicher wichtige Learnings für die weitere Zusammenarbeit ziehen. 

Worauf liegt zur Zeit Ihr Fokus?

Vor allem drauf, das Tagesgeschäft bestmöglich fortzuführen. Wir haben wichtige Unternehmensziele, die wir kurz-, mittel- und langfristig erreichen und natürlich auch durch die Corona-Krise nicht aus den Augen verlieren wollen. Dafür verfolgen wir zum Beispiel natürlich sehr genau, wie sich die verschiedenen Maßnahmen der Regierung auf das Kaufverhalten in den Apotheken vor Ort und den Versandhandel auswirkt. Immer mit dem Ziel, den Apotheken als unseren wichtigen Partnern bestmöglich zur Seite zu stehen.

Nils Glagau, Geschäftsführender Gesellschafter, Orthomol Holding GmbH, 437 Mitarbeiter

 

Foto: Orthomol GmbH

Info

Dieser Artikel ist Teil unserer Reihe "Zwischen ­Krise und Chance: Wie ­erleben Sie die Coronavirus-­Pandemie?" in der wir Familienunternehmer befragt haben, wie sie persönlich und unternehmerisch mit der Krise umgehen.

 

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