Freitag, 09.12.2016
Fokus_Mein Ding

Nachfolge antreten ... oder gründen?

Wolfram Michallik (57) ist spätberufen ins Familienunternehmen eingestiegen. Sein Sohn Florens Knorr (27) hat lieber selbst gegründet. Heute sitzen beide Firmen unter demselben Dach. Was teilen die Unternehmer darüber hinaus? Und was trennt sie?
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Unternehmer unter sich: Vater Wolfram Michallik (li.) und Sohn Florens Knorr.

 

Foto: Christoph Hämmelmann

Herr Michallik, Ihr Sohn hat sein eigenes Start-up gegründet, obwohl es mit WERO ein Familienunternehmen gibt. Haben Sie ihn vergrault?

Ich glaube nicht. Ich kenne das aus der Generation meines Vaters und seines Vaters und auch von meinem Vater und mir: In keinem Fall wäre es eine gute Idee gewesen, dass Vater und Sohn in einem Unternehmen parallel arbeiten. Vor allem, weil es sich jeweils um starke Persönlichkeiten handelte und handelt. Hm, so sollte man das vielleicht nicht über sich selbst sagen. Nennen wir es: ausgeprägte Persönlichkeiten.

Herr Knorr, Sie haben mit acáo ein eigenes Start-up gegründet, obwohl es mit WERO ein Familienunternehmen gibt. Wollten Sie partout vermeiden, dass Ihr Vater auch Ihr Chef ist?

Das wäre nicht das Problem gewesen. Aber in unserer Familienverfassung haben wir uns darauf geeinigt, dass niemand einen Anspruch darauf hat, mit einem Posten versorgt zu werden. Wenn ich mich bei WERO bewerben will, kann ich das tun. Aber wenn ein anderer besser ist, dann wird der genommen. Da zählt immer nur das langfristige Wohl des Unternehmens.

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