Mittwoch, 03.06.2020
Interview mit Martin und Andreas Krengel

Hygienepapierhersteller WEPA: Ist Corona mehr Chance als Krise?

Die Pandemie trifft Familienunternehmen in allen Branchen. Martin und Andreas Krengel, Vertreter der Familie hinter der WEPA Gruppe, über Herausforderungen und Chancen der Krise.
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Was bedeutet die Corona-Krise aktuell/zukünftig für Ihr Unternehmen?

Martin Krengel: An erster Stelle steht für uns, die Gesundheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ganz Europa zu schützen. In einer solchen Krise wächst man als Team noch enger zusammen und trägt noch mehr Verantwortung füreinander. Darüber hinaus haben wir gerade in dieser Zeit gemeinsam mit unseren Handelspartnern einen besonderen Versorgungsauftrag mit unseren Hygienepapierprodukten. Das hat nach der Gesundheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oberste Priorität. Mit der Krise geht eine deutlich erhöhte Nachfrage nach unseren Hygienepapieren einher. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an jedem unserer 13 europäischen Produktionsstandorte leisten zurzeit Enormes, um der Nachfrage gerecht zu werden. Für dieses große Engagement können wir ihnen nicht genug danken.

Aus unserer Sicht wird der Bereich Hygiene in Zukunft eine noch wesentlichere Rolle spielen als bisher. Wir stellen fest, dass das Hygienebewusstsein der Menschen gestiegen ist. In unserem Professional-Bereich werden derzeit insbesondere Handtuchpapiere zum Abtrocknen nachgefragt. Sie werden in öffentlichen Bereichen wie Unternehmen, Behörden und im Gesundheitswesen genutzt und vom Robert-Koch-Institut zur besseren Hygiene empfohlen. Wir gehen davon aus, dass dieses erhöhte Hygienebewusstsein bestehen bleibt und die Verbraucher künftig auf die Handtrocknung mit Handtuchpapier verstärkt Wert legen, was die Nachfrage in diesem Segment langfristig erhöhen wird. Unser Ziel ist es auch hier, nachhaltige Hygienelösungen zu bieten, also Hygiene und Nachhaltigkeit miteinander zu verknüpfen.

Andreas Krengel: Die aktuelle Situation hat unseren Arbeitsalltag verändert. Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind zum Beispiel im Homeoffice tätig. Wir arbeiten nun viel stärker digital miteinander. Als Unternehmen mit Standorten in Europa ist die Überbrückung von Distanzen zum Beispiel mittels Videokonferenzen für uns glücklicherweise nichts Neues – wir nutzen sie zurzeit aber natürlich viel intensiver. Ich denke, die Themen mobiles Arbeiten und Zusammenarbeit über digitale Tools werden in Zukunft noch wichtiger werden. Wir sind diesbezüglich bereits gut aufgestellt und bauen diesen Bereich kontinuierlich weiter aus. Nichtsdestotrotz fehlt vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern momentan auch der persönliche Austausch. Insofern freuen wir uns auf die Zeit, in der wir wieder beides nutzen können: Videokonferenzen und persönliche Treffen.

Mit welchen Veränderungen/Maßnahmen haben Sie bisher auf die Krise reagiert?

Martin Krengel: Zur Prävention haben wir unsere ohnehin hohen Hygienestandards und Arbeitssicherheitsmaßnahmen nochmals intensiviert und nutzen Instrumente wie angepasste Schichtplanungen und Homeoffice. Im Tagesgeschäft verzichten wir auf Präsenzmeetings. Reisetätigkeiten sowie den Empfang externer Besucher haben wir auf ein Minimum reduziert. Außerdem bitten wir unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, einen Mindestabstand von anderthalb Metern zueinander einzuhalten. Um die Voraussetzungen hierfür auch in unseren Betriebsstätten zu schaffen, wurden Produktionsprozesse entsprechend angepasst.

Unsere Produktion haben wir soweit es geht der erhöhten Nachfrage angepasst. Um eine maximale Versorgung mit unseren Hygieneprodukten sicherzustellen, konzentrieren wir uns derzeit auf die Herstellung von Standardartikeln. In Absprache mit unseren Kunden wird beispielsweise auf individuelle Prägungen verzichtet.

Worauf liegt zurzeit Ihr Fokus?

Andreas Krengel: In der aktuellen Situation fokussieren wir uns als WEPA Gruppe auf zwei Aspekte: die Gesundheit unserer Mitarbeiter bestmöglich zu schützen und alles uns Mögliche zu tun, um gemeinsam mit unseren Handelspartnern die Versorgungssicherheit im Bereich der Hygienepapiere zu gewährleisten. Darüber hinaus arbeiten wir weiterhin konsequent an unserer Strategie „Perform & Transform – WEPA 2023“ mit der klaren Vision, der nachhaltigste und agilste Partner erster Wahl für professionelle und persönliche Hygienelösungen zu sein. Themen wie Nachhaltigkeit, Hygiene und Digitalisierung treiben wir im Unternehmen weiter voran. Als europäisches Familienunternehmen ist uns hierbei die europäische Ausrichtung sehr wichtig und hier wollen wir in allen Regionen sowohl in unserem Geschäftsbereich Consumer als auch im Geschäftsbereich Professional eine hervorgehobene Marktposition erreichen. Insofern vertrauen wir auf die gesamteuropäische Ausrichtung und die europäische Staatengemeinschaft.

Martin Krengel, Vorstandsvorsitzender; Andreas Krengel, seit 2018 im Unternehmen, WEPA Gruppe, 3.700 Mitarbeiter

 

Foto: WEPA

Info

Dieser Artikel ist Teil unserer Reihe "Zwischen ­Krise und Chance: Wie ­erleben Sie die Coronavirus-­Pandemie?" in der wir Familienunternehmer befragt haben, wie sie persönlich und unternehmerisch mit der Krise umgehen.

 

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