Freitag, 08.09.2017
Fokus_Unternehmertöchter

Frauen im Aufsichtsrat: Der nächste Zug zählt

Immer mehr Familienunternehmen werben um Frauen im Aufsichtsgremium, und das nicht erst seit der gesetzlichen Neuregelung zur Frauenquote von 2016. Doch das ist nicht einfach. Liegt das Problem im Mangel qualifizierter Kandidatinnen? Oder in den patriarchalen Strukturen?
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Wurde 2009 als erste Frau überhaupt Vorsitzende im Aufsichtsrat eines DAX-Konzerns: Henkel-Gesellschafterin Dr. Simone Bagel-Trah.

 

Foto: Henkel

Am Ende war es doch wieder ein Mann. Am 26. August 2016 wurde Jörn Werner in den Aufsichtsrat des Familienunternehmens WIV Wein International AG gewählt. Die Wahl schien wenig überraschend. Seit 2015 ist Werner CEO der Werkstattkette A.T.U Auto-Teile-Unger, davor war er in gleicher Funktion bei dem Elektronikhändler Conrad und bei dem Direktvertriebler für Werkzeug und Werkstattausstattung Berner. Werner bringt viel mit, was ein Aufsichtsratsmitglied beim Weinhändler WIV mit 3.500 Mitarbeitern und 415 Millionen Euro Umsatz können sollte. Er hat Erfahrung in Handel und Direktvertrieb, die Anpassung von Geschäftsmodellen an den digitalen Wandel vorangetrieben – und nicht zuletzt reichlich Erfahrung als externer Manager in Familienunternehmen. Alles gut so weit. Doch Jörn Werner ist ein Mann. Und für den Aufsichtsrat von WIV gilt – zwar nicht verpflichtend, aber als Richtlinie zur Orientierung – eine Quote von 25 Prozent Frauen. Drei der vier Stühle waren bereits durch Männer besetzt. Warum also wurde, trotz freiwilliger Selbstverpflichtung, auch das vierte Mandat wieder an einen Mann vergeben?

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