Freitag, 10.07.2015
Fokus_Tradition

Circus Roncalli: Streben nach Perfektion

Der Circus Roncalli kann allein mit Tradition nicht punkten. Um der hochprofessionellen Eventbranche und den ständig neuen bürokratischen Auflagen die Stirn zu bieten, muss sich die deutsch-französischitalienische Zirkusfamilie einiges einfallen lassen.

Mehr Tradition geht nicht. Wenn der Zirkus Roncalli in eine Stadt kommt, rattert ein Museum auf etwa 400 Rädern durch die Straßen. Ein Glanzstück des Fuhrparks: der Speise- und Konferenzwagen der Direktion, an dessen Innenwänden die Belle-Époque-Ornamente fröhlich goldglänzend vor sich hinschnörkeln. Nur der schnörkellos-moderne Espresso-Vollautomat passt nicht so ganz ins Traditionsambiente. Und noch etwas müsste einen eingefleischten Traditionalisten eigentlich stören: dass alles so perfekt ist. Zu perfekt. Roncalli-Gründer Bernhard Paul sagt: „Ich musste diese Tradition erst erschaffen. In Wirklichkeit war Zirkus nie so prächtig, er war immer ein bisschen ärmlich. Der Schlosser, der’s am besten konnte, hat halt auch noch das Schild bemalt. Und so sah’s dann auch aus.“

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