Freitag, 03.08.2018
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Christian Berner: Künzelsau oder Köln?

Der Eintritt von Christian Berner in das Familienunternehmen vor sechs Jahren stand unter einem schlechten Stern. Rote Zahlen in den Tochterfirmen, Investitionsstau und kläglich gemanagte Zukäufe hinterließen ihm die familienfremden Manager, die 15 Jahre lang den Werkzeughändler Berner SE geführt hatten. Dem damals 28-Jährigen blieb nichts anderes übrig, als radikale Wege einzuschlagen.
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Ein Haudegen der neuen Generation: Bei seinem Einstieg ins Unternehmen bricht Christian Berner mit Traditionen.

 

Foto: Berner Group

Christian Berner lacht, wenn er eine Anekdote zum Standort Künzelsau erzählt. Ein Student reiste für ein Bewerbungsgespräch von Berlin nach Künzelsau, nordöstlich von Heilbronn gelegen. „Er dachte, er kommt ohne Probleme mit dem Nahverkehr nach Künzelsau. Er hat Stunden gebraucht, und am Ende musste der arme Junge noch laufen.“ Das war abschreckend genug: Der Bewerber wollte nicht im Kochertal anheuern. Heute kann der Vorstandsvorsitzende das mit Humor nehmen. Den Hauptsitz der Holding der Berner Group hat der 34-Jährige in den angesagten Rheinauhafen in Köln verlegt. Zwischen Microsoft und dem Videospielhersteller Electronic Arts gibt sich das Familienunternehmen in zweiter Generation modern, mit flachen transparenten Hierarchien und mit Start-up-Atmosphäre: Open-Space-Arbeitsbereiche, gläserne Konferenzräume, man duzt sich. Vor sechs Jahren hatte damit wohl niemand gerechnet.

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