Freitag, 10.10.2014
Fokus_Verantwortung

Chinas Kinderpolitik: Wie geht es weiter?

Die Folgen von Chinas Ein-Kind-Politik sind fatal für Chinas Familienimperien und Kleinbetriebe. Das Verantwortungsbewusstsein der jungen Generation für das elterliche Unternehmen schwindet.

So hat sich Luo Zhong die Sache nicht vorgestellt. Über Jahrzehnte hat der 58-Jährige mit zwei Geschwistern in Ningbo in der Provinz Zhejiang einen erfolgreichen Produktionsbetrieb aufgebaut, blickt auf stolze 800 Millionen Dollar Umsatz und gut 4.000 Mitarbeiter. Seinen Rückzug aus dem Tagesgeschäft hat er sorgsam vorbereitet: Seinen Sohn hat er jahrelang auf die besten Schulen in den USA geschickt, um ihn fit für eine Karriere im Unternehmen zu machen. Doch der talentierte Junior zeigt keinerlei Interesse am familieneigenen Betrieb in der Heimat, redet davon, sich lieber Freunden in einem coolen Internet-Start-Up anzuschließen. Luos Problem: Der Junge ist sein einziger potentieller Nachfolger. Wie in der Volksrepublik seit Ende der siebziger Jahre die Norm, ist er ein Einzelkind.

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