Freitag, 09.06.2017
Unternehmerfamilie Miettinen

Nachfolge auf Finnisch

Die Geschwister Marjo und Timo Miettinen stritten heftig, weil der Vater, Gründer der ENSTO-Gruppe, sie mit seiner Nachfolgeentscheidung völlig überrascht hat. Sie selbst bereiten ihre Kinder heute systematisch auf ihre Gesellschafterrolle vor.
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Wer aus der Familie übernimmt den freien Stuhl des Vaters? Bei ENSTO strapazierte diese Entscheidung die Familienseele.

 

Foto: 3dalia/iStock/Thinkstoch/Getty Images

"Ich fühlte mich von meinem Vater betrogen.“ Timo Miettinen (60) fiel aus allen Wolken, als sein Vater ihm 2001 mitteilte, dass nicht nur er, sondern auch seine drei jüngeren Schwestern Unternehmensanteile erhalten würden. „Dabei hatte er mir das Unternehmen versprochen.“ Und es kam noch schlimmer. Timos Schwester Marjo (58), die Zweitgeborene, wollte ihren Lehrerberuf aufgeben und auch im Unternehmen tätig werden. „Darauf war ich nicht vorbereitet“, erinnert sich Timo Miettinen. „Sie hatte sich nie für das Familienunternehmen interessiert.“ Vater Ensio, im Jahr 1929 geboren, hatte 1958 den Grundstein für die finnische ENSTO-Gruppe gelegt, die heute mit etwa 1.600 Mitarbeitern 260 Millionen Euro umsetzt. ENSTO ist ein technisches Unternehmen, das in den Bereichen Elektro- und Haustechnik, Energieversorgung sowie IT-Kommunikation weltweit aktiv ist.

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