Freitag, 14.10.2011
Trotz Verkauf bleibt Familie Gerberding in der Stadt

Holzminden für immer

Horst-Otto Gerberding verkauft in dritter Generation das Unternehmen, das im börsennotierten Symrise-Konzern aufgeht. Arbeitsplätze gehen in der Kleinstadt verloren, die Familie wird beschimpft. Sie bleibt trotzdem. Warum?

Totenstille in der großen Halle. Horst-Otto Gerberding hatte seiner Belegschaft eben verkündet, dass er sich aus dem Unternehmen zurückziehen und es in andere Hände geben wird. Um die Zukunft des Unternehmens zu sichern. Nach kurzer Zeit, die endlos erschien, erhob sich ein Mitarbeiter und klatschte langsam in die Hände. Ein weiterer folgte, dann immer mehr. Schließlich gab es Standing Ovation. Wie er sich in diesem Moment gefühlt habe? „Es war für mich ein sehr emotional bewegender Moment“, erinnert sich Horst-Otto Gerberding. „Die Mitarbeiter waren von der Information der zukünftigen Fusion total überrascht. Sie hatten damit nicht gerechnet.“ Die spontane Reaktion der 2.000 Mitarbeiter zeigt: Sie vertrauen ihrem Chef. Der Chef wird schon wissen, was richtig ist für uns und für Dragoco, das Unternehmen, das Duftund Geschmacksstoffe herstellt und es weltweit zur Nummer sieben schaffte. Der Finanzinvestor EQT, der zur schwedischen Industriellenfamilie Wallenberg gehört, fusionierte Dragoco mit der benachbarten, viel größeren Bayer-Tochter Haarmann & Reimer und firmierte die beiden in Symrise um.

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