Freitag, 08.12.2017
70 Jahre Puppentheater

Die Familienkiste

Klaus Marschall hat von seinen Eltern nicht einfach eine Firma geerbt, sondern eine Institution: Die Stücke und Charaktere der Augsburger Puppenkiste haben die Kindheit mehrerer Generationen geprägt. In dritter Generation kämpft Marschall mit seinem ganzen Erfindungsreichtum darum, die Legende am Leben zu erhalten.
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Kreise der Familie: Theatermacher Klaus Marschall, umgeben von Charakteren der Augsburger Puppenkiste und mit Ahnengalerie im Hintergrund.

 

Foto: Thomas Sing

Die Augsburger Puppenkiste lebt von Geschichten und Geschichte, auch von ihrer eigenen. Klaus Marschall (56) weiß das. Bereitwillig erzählt der Geschäftsführende Gesellschafter des Figurentheaters von früher: Wie sein Großvater Walter Oehmichen als Soldat im Zweiten Weltkrieg in einem Kinderheim in Calais für seine Kameraden Puppentheater spielte – und ganz begeistert davon war, dass er sie mit den Puppen noch einmal „ganz anders entrücken“ konnte als in seiner eigentlichen Profession als Schauspieler. Wie Oehmichen noch während des Krieges den „Puppenschrein“ gründete, der wenig später komplett zerbombt wurde. Wie er nach der Kriegsgefangenschaft aus Dosen Scheinwerfer baute, aus Hakenkreuzflaggen Vorhänge nähte und für amerikanische Soldaten in Augsburg ein Mickey-Maus-Ballett aufführte, im Tausch gegen Lebensmittel.

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