Freitag, 09.06.2017
Ein Tabuthema wird erforscht

Die böse Schwiegertochter

Angeheiratete in Unternehmerfamilien sind ein heikles Thema. Sie sind zwar Teil der Familie, aber ob sie auch Gesellschafter werden dürfen, darüber denken Firmeneigentümer ganz unterschiedlich. Thomas Schäfer, Nachfolger in zweiter Generation, hat über dieses Tabuthema geforscht.
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Teil der Gesellschafterfamilie, ein Abbild von Nepotismus oder wichtige Instanz von Außen. Wo liegt die Rolle der Angeheirateten in Familienunternehmen?

 

Foto: Peshkova/iStock/Thinkstock/Getty Images

Herr Dr. Schäfer, warum haben Sie ausgerechnet über dieses Thema promoviert?

Da gibt es zwei Gründe, denn bei mir schlagen zwei Seelen in einer Brust: Ich bin erstens mit Leib und Seele Familienunternehmer. Mein Vater und mein Onkel haben eine Firma für Präzisionstechnik gegründet, ich bin mit ihr aufgewachsen. Ich kenne hier in Baden-Württemberg viele Familienunternehmen, und ich weiß, dass die Rolle der Angeheirateten ein sehr präsentes Thema ist. Aber richtig offen oder gar systematisch gehen viele das Thema nicht an. Zweitens schlägt mein Herz auch für die Wissenschaft. Daher habe ich nach meinem wirtschaftswissenschaftlichen Studium in diesem Fachgebiet promoviert. Die Wissenschaft mit engem Bezug zur Praxis interessiert mich sehr und somit bin ich auch sehr gerne als Dozent an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg tätig. Die Frage, inwieweit die Einbindung der Ehepartner den langfristigen Fortbestand von Familienunternehmen beeinflusst, ist ein weitgehend unerforschtes Phänomen. Das wollte ich ändern.

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