Freitag, 08.09.2017
orthomol-Chef Nils Glagau

Der Feldforscher

Nils Glagau will eigentlich Archäologe werden. Stattdessen übernimmt er nach dem unerwarteten Tod seines Vaters kurzerhand die Leitung des rheinländischen Familienunternehmens Orthomol – mit dem Rückhalt der Familie, aber ohne Qualifikation für den Job. Wie funktioniert das?
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Selbst sein bester Markenbotschafter: Nils Glagau leitet die Orthomol GmbH, mit der er stärker ins Ausland expandieren möchte.

 

Foto: Stadt Langenfeld Rhld. Der Bürgermeister

Die Schlagzeile war reißerisch. Unter dem Titel „Die Vitamin-Lüge. Das Milliardengeschäft mit überflüssigen Pillen“ knöpfte sich das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ im Januar 2012 sogenannte Vitaminsupplemente vor, also mit Vitaminen angereicherte Nahrungsergänzungsmittel. Wissenschaftler sähen in den Präparaten eine erhebliche Gefahr für die Bevölkerung, so der Text. Die Tabletten könnten für „Tausende Todesfälle“ verantwortlich sein. Die verkaufte Auflage des Magazins lag bei knapp einer Million, entsprechend breit war die Wirkung. Die Diskussion lief heiß, schnell wandten sich verunsicherte Verbraucher an Ärzte und Apotheker. Mittendrin in der unübersichtlichen Gemengelage stand Nils Glagau (41).

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