Freitag, 08.07.2011
Richard Oetker im Interview

Das Erbe eines großen Namens

Als 25-Jähriger wurde Richard Oetker Opfer einer brutalen Entführung. Heute steht der 60-Jährige an der Spitze der Oetker-Gruppe, eines von Deutschlands bekanntesten Familienunternehmen. Richard Oetker spricht über ein Leben unter dem ständigen Blick der Öffentlichkeit.

Herr Oetker, denken Sie manchmal darüber nach, wie Ihr Leben wohl verlaufen wäre, wenn Sie vor 35 Jahren nicht Opfer einer grausamen Entführung geworden wären?

Nein, ich denke da nicht groß drüber nach. Ich bin heute ein sehr glücklicher Mensch. Gleichwohl wäre mein Weg sicherlich ein anderer gewesen. Aber im Zusammenhang mit der Entführung habe ich unheimlich interessante Menschen kennengelernt: Polizisten, Staatsanwälte, Richter, Mediziner. Mit denen wäre ich normalerweise nie in Kontakt gekommen. Außerdem interessierte sich ja früher kein Mensch für mich, Gott sei Dank. Doch auf einmal wurde ich ein interessanter Mensch. Es kam mir so vor, als wenn ich von einer großen Hand von einem Leben in ein anderes geworfen worden wäre, weil sich viele Menschen von diesem Zeitpunkt an anders verhielten als zuvor.

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