Freitag, 08.04.2011
Interview mit Vermögensforscher Prof. Dr. Thomas Druyen

Reich heißt nicht vermögend

Die Haltung zu Vermögen und gesellschaftlichem Engagement in Deutschland ändert sich. Was bedeutet das für Familienunternehmen in ihrem Wirken und Auftreten in der Öffentlichkeit? „wir“ sprach mit Vermögensforscher Prof. Dr. Thomas Druyen.

Die Vermögensforschung ist ein sehr junger Wissenschaftsbereich. Wie ist sie entstanden?

Im Rahmen meiner Forschung zum Thema demographischer Wandel hatte ich Hunderte von Interviews mit Menschen im Alter zwischen 60 und 100 Jahren geführt. Einige der Interviewten waren sehr wohlhabend. So gewann ich vor gut zehn Jahren die Einsicht, dass der meist negativ besetzte Reichtumsbegriff nicht aussagekräftig war. Es fehlte eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit großem Reichtum. Ebenso eine eindeutige Grenze, ab wann jemand reich ist. Mir wurde klar, dass der Reichtumsbegriff nur eine quantitative Größe darstellt, während Vermögen auch immaterielle Elemente wie Lebensqualität, Lebenserfahrungen und Lebenswerte umfasst. Vor diesem Hintergrund entstand die Idee der Vermögensforschung, um tiefer in diese Thematik einzudringen. Der Vermögensbegriff sollte die qualitative Seite des Reichtums verdeutlichen.

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