Freitag, 10.07.2020
Herzblut

Georg Nemetschek: "Mein Lebenselixier ist ­Erfolg"

Viele Familienunternehmer setzen ihr Herzblut und ihre Ressourcen für ungewöhnliche Zwecke ein. Warum? Im Gespräch mit dem Stifter Georg Nemetschek.
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Ein Großteil der Familienunternehmer nutzt Mittel und Wege, um in verschiedenen Teilen der Gesellschaft zu helfen.

 

Foto: Alfa Studio/iStock/Thinkstock/Getty Images

Sie haben mit der Nemetschek Innovationsstiftung in diesem Jahr Ihre dritte Stiftung gegründet. Wie hängen die Organisationen zusammen, und was unterscheidet sie?

Die drei Stiftungen sind voneinander unabhängig. Die erste Stiftungserrichtung erfolgte 1996 zugunsten der Studierenden der Fakultät, an der ich von 1964 bis 1996 gelehrt habe. Die zweite, bedeutendere, Neme­tschek Stiftung wurde von meiner Familie 2007 gegründet. Wir wollten mit der Stiftung einen Beitrag dazu leisten, die Demokratie in Deutschland zu stärken und möchten so der freiheitlichen Gesellschaft, die unser Leben geprägt und unseren unternehmerischen Erfolg ermöglicht hat, etwas zurückgeben. Nun folgt die weitere gemeinnützige Nemetschek Innovationsstiftung.

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Prof. Georg ­Nemetschek ­gründete in den ­siebziger ­Jahren ein Unternehmen für Bausoftware in ­München, mit dem er 1999 an die Börse ging. Heute beschäftigt die Nemetschek AG ­rund 2.900 Mitarbeiter und erwirtschaftet 557 ­Millionen Euro ­Umsatz. 2020 rief ­Georg Nemetschek seine ­dritte Stiftung mit 350.000 ­privat ­gehaltenen ­Aktien ins Leben.

 

Foto: Nemetschek Group

Was macht die Innovationsstiftung aus?

Ich habe mich entschlossen, einen großen Teil des Vermögens, das mir aus dem von mir gegründeten Unternehmen zufließt, der Gemeinschaft zurückzugeben, so dass damit die Zukunft durch Innovationen positiv beeinflusst werden kann. Der Standort Deutschland muss sich durch Innovationen auf allen Gebieten des Lebens auszeichnen, wenn er nicht zurückfallen will. Die Grundlagen für Innovationen liefern Wissenschaft und Forschung. Die Nemetschek Innovationsstiftung fördert Wissenschaft, Forschung, aber auch die akademische Lehre. Die Stiftung wird Stiftungsprofessuren und Stiftungsinstitute an Universitäten und Hochschulen finanzieren, um so Innovationen zu ermöglichen.


Wie sind Sie und ihre Familie in die operative Arbeit der Stiftungen involviert?

Die Nemetschek Stiftung ist eine operativ tätige Stiftung, die von meinem Sohn Dr. Ralf Nemetschek als Vorstand geprägt und geleitet wird. In der Nemetschek Innovationsstiftung bin ich Vorsitzender des Stiftungsrates.


Was war der schönste Moment, den Sie während Ihrer Stiftungsarbeit erlebt haben?

Mein Lebenselixier – ich bin nunmehr 86 Jahre alt – war und ist der Erfolg. Ich freue mich also, dass das mit den Mitteln der ersten Stiftung gegründete iabi, Institut für angewandte Bauinformatik, den Studenten Nutzen bringt, dass mein Sohn die hochangesehene Nemetschek Stiftung führt und dass die Innovationstiftung in ihren Verhandlungen mit einer renommierten Universität weit fortgeschritten ist, so dass auch hier noch in diesem Jahr Neues zu vermelden sein wird.