Mittwoch, 04.12.2019
Herzblut

Claus Wisser: "Etwas Nachhaltiges schaffen"

Viele Familienunternehmer setzen ihr Herzblut und ihre Ressourcen für ungewöhnliche Zwecke ein. Warum? Im Gespräch mit dem Stifter Claus Wisser.
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Ein Großteil der Familienunternehmer nutzt Mittel und Wege, um in verschiedenen Teilen der Gesellschaft zu helfen.

 

Foto: Alfa Studio/iStock/Thinkstock/Getty Images

Warum haben Sie sich dazu entschlossen, eine Stiftung zu gründen?

Der Anlass zur Gründung der Stiftung war das Firmenjubiläum zum 50-jährigen Bestehen unseres Unternehmens. Mein Sohn Michael und ich haben uns gegen eine große WISAG-Feier entschieden, weil wir lieber etwas Nachhaltiges schaffen wollten. So wurde die Idee einer Stiftung geboren, die sich um die Verbesserung der Bildungschancen der Kinder und Enkelkinder unserer Mitarbeiter kümmern soll. Viele unserer Mitarbeiter hatten selbst nicht die Chance, einen höheren Bildungsabschluss zu erreichen.

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Claus Wisser ist zusammen mit seinem Sohn Michael Vorstand der Kinderhilfe-Stiftung "KiWIS", die die Unternehmer 2015 ins Leben gerufen haben. Die Stiftung ist mit einem Kapital von einer Million Euro ausgestattet und investierte 2019 rund 80.000 Euro. Damit fördert die Stiftung die Bildungschancen der Kinder und Enkelkinder von WISAG-Mitarbeitern.

 

Foto: WISAG

Wie haben sich die Förderbereiche seit der Gründung 2015 verändert?

Zunächst haben wir die großen Bereiche definiert: die KiWIS-Hilfe (Kitaplatz, Nachhilfe, Ausbildungssuche), das KiWIS-Sprungbrett (Stipendien) und die KiWIS-Ferienbetreuung (Freizeiten und Basketballcamps). Dann haben wir in einem zweiten Schritt nicht nur die Kinder, sondern auch die Enkelkinder der Mitarbeiter aufgenommen. Für 2020 stehen vier neue große Projekte auf der Tagesordnung: flächendeckende Schwimmkurse, KiWIS-Kochkurse für gesunde Ernährung, KiWIS-Entdeckertouren in Museen und Forschungsprojekte sowie die Gründung des eigenen KiWIS-Orchesters.

 

Wie wurden die Mitglieder des Stiftungsrats und die Geschäftsführung ausgewählt?

Die Mitglieder des Stiftungsrats setzen sich aus Wegbegleitern unserer Firma zusammen. Diese persönliche Nähe ist uns sehr wichtig. Wir möchten unsere WISAG-Werte „Wertschätzung. Einsatz. Bunt“ auch mit der Stiftung leben. Bei der Auswahl der Geschäftsführerin Dr. Annette Gümbel, die zusammen mit einer studentischen Assistentin in der Stiftung arbeitet, waren uns vor allen Dingen Erfahrungen bei sozialen Projekten und im Bildungssystem wichtig.

 

Was war für Sie der bisher schönste Moment in der Stiftungsarbeit?

Der schönste Moment war bisher für mich die persönliche handgeschriebene Rückmeldung eines der Kinder, das an der Lernfreizeit teilgenommen hat. Dieser Junge hatte Probleme beim Lernen und eigentlich keine Lust auf eine Lernfreizeit in den Ferien. Am Ende war er so begeistert und endlich auch mit positiven Lernerfolgen ausgestattet, dass er gern wiederkommen möchte.