Freitag, 07.10.2016
Familienunternehmen aus der DDR

Es ist nie zu spät

Mit 58 Jahren gründen? Nach der Wende waren bei den ehemaligen DDR-Staatsbetrieben Investorenmut und Unternehmergeist gefragt. Nach wechselvoller Geschichte laufen Firmen wie IFA Rotorion, KAHLA Porzellan und Königsee Implantate zu neuer Hochform auf – inzwischen als Familienunternehmen in zweiter Generation.

Wer Frank Orschler an seinem Arbeitsplatz besuchen will, muss sich in die Provinz aufmachen. Die Königsee Implantate GmbH, die Orschler in zweiter Generation leitet, sitzt im 350-Seelen-Dörfchen Allendorf im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt, mitten im Thüringer Wald. Auch der nächstgrößere Ort, das benachbarte Königsee, nimmt nur knapp die Hürde zur Kleinstadt. Auf der Weide direkt gegenüber dem Firmensitz sei vor ein paar Jahren ein Fohlen zur Welt gekommen, kokettiert Orschler – natürlich im vollen Bewusstsein dessen, dass den Produkten und dem Erfolg von Königsee Implantate so gar nichts Provinzielles anhaftet: Mit den Metallplatten, -schienen und -schrauben aus Allendorf werden in Operationssälen auf der ganzen Welt Knochen wieder zusammengefügt.

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